Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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in einer Eingebung verletzten Ehrgefühles den Tod gegeben?

Warum nicht? fragte der Landrath ſehr ernſt. Wer in ſich ſelbſt fühlt, daß er eher den Tod als das Spottlächeln der Verachtung ertragen würde, der wird das gewiß glaublich finden.

Auf dieſe zartſinnige Auslegung, mein guter Richard, erinnere ich Dich nur an alle die Umſtände, welche zuſammentreffen, um ihn zu einem boshaften und nicht achtbaren Mann zu erklären. Er hat ge⸗ fühlt, mit ſeiner Macht war es aus. Er hat vor⸗ ausgeſehen, die Geſetze würden ihn ohne Gnade ver⸗ urtheilen. Daß er den Einwirkungen der geſetzlichen Kraft vorgegriffen, finde ich natürlich aus Rück⸗ ſicht auf ſeine verletzte Ehre hat er es wahrhaftig nicht gethan.

Der Landrath mußte die Wahrheit dieſer Worte anerkennen; ſie beruhigten ihn aber nicht ganz. Erſt dem Beſuche des Herrn von Schwechten, der beſtürzt und über alle Maßen gepeinigt von dem Gedanken: er trage die Schuld dieſes Selbſtmordes, bald darauf anlangte, erſt dieſem Beſuche gelang es, die Ge⸗ müthsruhe Schollin's wiederherzuſtellen. Er ſah ein, daß Schwechten's Schuld viel unmittelbarer war

und weit mehr Stoff zu Seluſerondüfen in ſeinet