Teil eines Werkes 
4. Band (1858)
Entstehung
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Meine arme Mutter! Alles war vergeben; ihre Fehler waren wenige und verzeihlich. Ich gedachte ihrer nicht. Der Ehrgeiz war ihre einzige Sünde, eine unter Frauen ihres Standes faſt allgemeine aber ich dachte jetzt nicht mehr daran. Ich gedachte blos ihrer vielen Tugenden blos, daß ſie meine Mutter war. Niemals bis dieſen Augenblick hatte ich gewußt, wie innig ich ſie liebte.

Es war jedoch jetzt keine Zeit, mich meinem Schmerze hinzugeben. Wo war meine Schweſter? Ich ſprang auf meine Füße, während ich dieſe Frage wild hervorſtieß.

Sie ward nur von Geberden beantwortet. Die, welche mich umgaben, zeigten auf den Wald. Ich verſtand dieſe Geberden die Wilden hatten ſie fortgeſchleppt.

Bis zu dieſer Stunde hatte ch kein feindſeliges Gefühl gegen die rothen Männer empfunden, ſondern mich eher dem Gegentheile zugeneigt. Wenn ich auch nicht geradezu Freundſchaft für ſie empfand, ſo war es doch etwas damit Verwandtes. Ich kannte das große Unrecht, welches ſie von unſern Leuten erdul⸗ det hatten und noch erdulden mußten. Ich wußte, daß ſie zuletzt doch beſiegt werden würden und ſich unterwerfen müßten. Ich hatte Theilnahme mit

ihrer unglücklichen Lage empfunden. Dieſe Theil⸗ Oceola. IV. 11