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Leſer. Warum verändert? fragſt du. Wachsthum?— Entwickelung?— Reife? Raſch iſt in dieſem ſüdlichen Klima der Uebergang von der jungfräulichen Geſtalt zu der des Weibes.
Nein, dies war es nicht. Obſchon noch ſo jung, hatten doch die wellenförmigen Umriſſe ſich ſchon gezeigt. Als ich ſie das letzte Mal ſah, hatte ihre Geſtalt die Grenzen des Wachsthums erreicht und zeigte die kühnen Wellenlinien Hogarth's, welche die vollendete Weiblichkeit charakteriſiren. Dies fürch⸗ tete ich alſo nicht.
Aber was denn ſonſt? Das Gegentheil? Verän⸗ derung in Folge von Abmagerung— von Krankheit oder Kummer? Auch dies nicht.
Ich kann mir nicht den Argwohn erklären, welcher mich folterte— einen Argwohn, der ſeinen Grund in einem flüchtigen Worte hatte. Jener
ſchwarze Vogel, welcher geſtern ſo munter ſchwatzte,
hatte Gift in mein Herz geträufelt. Aber nein, es konnte nicht Maümee ſein. Sie war zu unſchuldig.
Ach, warum raſe ich? Die Liebe hat keine Schuld.
Wenn ſie treu war, ſo fiel das Verbrechen nicht ihr zur Laſt, er allein war der Schuldige. Ich habe die Qual, die ich in Folge meines
unglücklichen Lauſchens empfand, nur unzureichend Oceola. III. 5 2


