Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

*— 26—

Antwort iſt leicht. Pferde und Hornvieh. Von die⸗ ſen Beiden beſaßen die Seminolen zahlreiche Heerden. Bei der Räumung durch die Spanier wimmelten die Savannen von halb wild gewordenen Pferden und Rindern von andaluſiſcher Race. Die Indianer fingen ſie ein, zähmten ſie und wurden auf dieſe Weiſe ihre rechtmäßigen Eigenthümer.

Dies alſo war das quid pro quo— Vierfüßler zum Austauſch für Zweifüßler.

Das hauptſächlichſte Verbrechen, welches man den Indianern vorwarf, war der Viehdiebſtahl— denn die Weißen hatten ebenfalls ihre Heerden. Die Seminolen leugneten nicht, daß es ſchlechte Menſchen unter ihnen gäbe— raubſüchtiges Geſindel, welches ſchwer im Zaume zu halten ſei. Wo gäbe es eine Gemeinde ohne räudige Schafe?

Eins war aber außer allen Zweifel geſetzt. Die indianiſchen Häuptlinge gaben ſtets, wenn man ſich offen und ehrlich an ſie wendete, den aufrichtigen Wunſch zu erkennen, Erſatz zu leiſten, und entwickel⸗ ten für die Sache der Gerechtigkeit eine Energie, welche auf der andern Seite der Grenze gänzlich unbekannt war.

Leider aber kam auf ihre Handlungsweiſe in Bezug auf ihren Ruf unter ihren weißen Nachbarn nicht Viel an. Dieſe hatten ſich einmal vorgenom⸗