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Gäle waren die Seminolen ohne irgend eine gemein⸗ ſame Organiſation. Sie lebten in weit von einander
getrennten Stämmen, deren jeder politiſch von dem
andern unabhängig war, und obſchon ſie in freund⸗
licher Beziehung zu einander ſtanden, ſo herrſchte
doch keine Macht des Zwanges unter ihnen.
Es gab einen Oberhäuptling— König konnte er nicht genannt werden— denn„Mico“, ſein india⸗ niſcher Titel, hat nicht dieſe Bedeutung. Der ſtolze Geiſt des Seminolen hatte ſich niemals an einen ſolchen Zuſtand verkauft; ſie hatten die natürlichen Rechte des Menſchen noch nicht aufgegeben. Erſt wenn der Naturzuſtand gewaltige Umgeſtaltungen erlitten, wird das königliche Regiment ſtark unter einem Volke.
Der Mico der Seminolen war blos dem Namen nach ein Oberhaupt. Seine Autorität war eine rein perſönliche— er beſaß keine Macht über Leben oder Eigenthum. Obſchon zuweilen der reichſte, war er doch oft einer der ärmſten ſeines Volkes. Er war
den Anſprüchen der Philanthropie mehr ausgeſetzt, 1 1 als irgend einer der andern, und ſtets bereit, mit. freier Hand das zu ſpenden, was in Wirklichkeit.
nicht ſeinem Volke, ſondern ihm ſelbſt gehörten Deßhalb ward er auch ſelten reich.
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