Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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Chakra hatte gehofft, daß, wenn er den Nachen er⸗ leichtere, er mit der Strömung erfolgreicher zu kämpfen vermöge, allein in kürzeſter Zeit ward es klar, daß ſeine Hoffnung gänzlich trügeriſch geweſen. Während er ſich von ſeinem Gefährten im Nachen losgemacht und ihn über Bord geworfen, war der Nachen unaufhaltſam durch die Gewalt des Stromes ſo weit vorwärts getrieben, daß er in einen mächtigen Strudel gerieth, aus dem ihn ſelbſt die kräftige Handhabung eines Ruders nicht heraus gebracht haben würde.

Jetzt trieb der Nachen, vom Strudel gefaßt, nach wenigen Augenblicken bereits in die Mündung des fürch⸗ terlichen Schlundes und glitt mit der Geſchwindigkeit eines Pfeiles hinab.

Den unabwendbaren Tod vor ſich, gelang es Chakra in der höchſten Verzweiflung, mit der größten Anſtren⸗ gung aller ihm gebliebenen Kräfte einen faſt horizontal vom Felſen über den Waſſerſturz hingewachſenen Baum⸗ ſtamm als letzten möglichen Haltpunkt zu erfaſſen. Allein wäre dieſer Buſch auch wirklich im Geſteine ganz feſt gewurzelt geweſen, ſeine Stärke hätte gegen die unwi⸗ derſtehliche Gewalt des heftigen Waſſerſtromes dennoch nicht genügt. Doch nun riſſen die Wurzeln wie ſchwache Fäden vom Geſteine los und im nächſten Augenblicke ſtürzte der Koromantis mit ſeinem Nachen mehr als hundert Fuß durch die ſchwarzen Felſen in den grauſigen Abgrund hinab.

Nur wenige Augenblicke zuvor hatte daſſelbe Geſchick den treulos von ihm preisgegebenen Gefährten erreicht, und die Leichen Beider kamen noch einmal gegen ihren