Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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werk der Zweige und den die Felſenwand bekleidenden, wild verſchlungenen Baumwurzeln, Kriech⸗ und Schling⸗ pflanzen eine Art von hinabführendem Pfad gewahren und vermochte ſogar beim täuſchenden Mondlichte ganz wohl zu unterſcheiden, daß menſchliche Hände die natür⸗ liche Leiter noch verbeſſert hatten.

Lange verweilte er bei dieſer Unterſuchung nicht, da ein wichtigerer Gegenſtand ſeine ungetheilte Aufmerkſam⸗ keit ſofort anzog. Auf der Oberfläche des Sees, der im ſilbernen Mondenſcheine klar wie ein glänzender Spiegel in einem dunklen Mahagonirahmen dalag, be⸗ wegte ſich etwas von deutlich länglichrunder Geſtalt, offenbar ein kleiner Nachen.

In dem Nachen lag eine Geſtalt niedergekauert. War dies eine menſchliche oder ein böſer Geiſt?

Das Ausſehn war offenbar mehr das eines böſen Geiſtes, die Geſtalt kaum eine menſchliche. Lange, af⸗ fenähnliche Arme, ein krummer Rücken, Zähne, die im Mondſcheine faſt wie die Schneidezähne eines Haies glänzten und Geſichtszüge, die nur dem, der ſie ſchon früher geſehen, menſchlich erſcheinen konnten!

Cubina hatte ſie allerdings ſchon früher geſehen; ihm waren ſie, wenn auch nicht beſonders vertraut, doch hinlänglich bekannt, um ſie ſofort wieder zu erkennen. Es war nicht der Geiſt Chakra's, aber Chakra ſelbſt von Fleiſch und Bein.

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Druck von Carl Nöhring in Berlin, Prinzenſtr. 27.