Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

244

mann der Freund ihrer Mutter geweſen und hatte ſie, als ſie noch ein kleines Kind war, auf ſeinen Knieen geſchaukelt. Allein die Zunge Cynthia's war doch noch durch ſtärkere Banden als die einer langjährigen Zunei⸗ gung und Freundſchaft gefefſelt. Furcht war unbedingt eine derſelben, doch war auch noch eine andere vorhan⸗ den. Wenn Chakra Cynthia zu einem beſtimmten Zwecke nöthig hatte, ſo ſagte ihr ein gewiſſer Inſtinkt, daß ſie ihn vielleicht ebenfalls einmal nöthig haben würde. Er war gerade ein vortrefflich paſſender Mann, um mög⸗ licher Weiſe ihrer Rache zu Hilfe zu kommen.

Deshalb wurden die Mulattin und der Myalmann ſofort Freunde und Verbündete.

Dies gegenſeitige Einverſtändniß war aber erſt in neueſter Zeit entſtanden, eigentlich erſt wenige Tage oder vielmehr Nächte vor jener, wo Cynthia ihren erſten Beſuch bei Chakra im Tempel des Obi gemacht hatte.

Der Zweck, zu dem der Myalmann die Hilfe der Mulattin nöthig hatte, hat ſich bereits hinlänglich in den zwiſchen den Beiden ſtattgefundenen Unterredungen gezeigt. Er verlangte ihre Hilfe, um den Todtenzauber auf den ihm verhaßten Loftus Vaughan zu legen. Der von Chakra ganz wohl begriffene Charakter Cyythia's, zugleich mit den ſich ihr als Hausmädchen im Hauſe des Loftus Vaughan darbietenden Gelegenheiten, verſprach dem auf die Ermordung ſeines Todfeindes Sinnenden, ihm bei der Ausführung ſeiner verbrecheriſchen Abſich⸗ ten eine höchſt gewandte und geſchickte Helferin zuzu⸗ führen, und der angebliche Liebeszauber, den er auf

Cubina anwenden ſollte, hatte dem hinterliſtigen und