Egoismus geweſen, fühlte ſich jetzt in all' ſeinem Ueberfluß einſam und verlaſſen von Allen. Dort ſtand er nun, die Arme über die Bruſt gekreuzt, und ſtarrte düſter hinab in die Tiefe. Die Er⸗ innerung an ſein Leben, an ſeine Verbrechen und Genüſſe durchfuhr ihn; und bei dieſem Rückblick fand er nicht einen einzigen Tag wirklicher Freude oder wahrhaften Glückes, um deßwillen es der Mühe werth wäre, zu leben.——— Dann kam die
Erinnerung an Alva, und ein Fröſteln ſchüttelte
ſeine Glieder. Seine Gedanken verweilten mit lei⸗ denſchaftlicher Beharrlichkeit bei Alva's Bild, von welchem er meinte, daß es ihn mit traurigem Blick betrachte und auf den Himmel zeige, als wollte es andeuten, daß er viel zu bereuen, abzubitten und zu beweinen hätte! Aber dieſer Mann hatte keine Thränen, keinen Glauben, keine Hoffnung.——— Er war ſehr zu beklagen, weil er, obgleich von ſeinen Verbrechen aufgerüttelt, doch niemals auch nur einen Verſuch machen wollte, ſich zu beſſern oder jene zu ſühnen.
Plötzlich fühlte er ſich feſt an der Schulter ge⸗
packt, und eine Stimme äußerte:
— Gib Deine Uhr und Dein Geld,— und in demſelben Augenblick ſtand ein unterſetzter Mann in Seemannskleidern ſowie ein in Lumpen gehüllter Jüngling vor ihm.
— Nein, die wirſt Du in Ruhe laſſen,— ant⸗ wortete der Baron, welcher ſeine gewöhnliche Kälte wieder gewonnen und ſich durch eine Bewegung on em Manne frei machte.
ween wir ſehen,— antwortete der


