Teil eines Werkes 
Die Schutzlosen : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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ſchmaler Steg längs dem Waſſerfall und neben einem hohen Walde.

Am Himmel wurden dicke ſchwarze Wolken von einem heftigen Winde gejagt, welcher heulend durch den Wald zog und die Gipfel der ſtolzen und ſchlan⸗ ken Tannen bog. Der Mond guckte nur für Augen⸗ blicke zwiſchen den dunkeln Wolken hervor.

An der einen Seite des Waſſerfalls ſtand ein kleines Luſthaus, welches wahrſcheinlich von irgend einem Bewunderer der großartigen Ausſicht, die man dort hatte, aufgeführt worden war.

Auf dem Pfade wanderten zwei junge Männer; ſie kamen aus verſchiedenen Richtungen. Das Ziel der Waonderung Beider ſchien das kleine Haus zu ſein.

Als der Mond einen flüchtigen Strahl auf die Gegend warf, war man verſucht, ſie für eine und dieſelbe Perſon zu halten, ſo ähnlich waren ihre

Geſichtszüge einander.

Das Einzige, woran man ſie bei einem ſolchen Lichtſtrahl hätte unterſcheiden können, war, daß der Eine Jagdkleider trug, eine Flinte über die Schulter geworfen und einen haſtigeren Gang und unruhige⸗ ren Blick hatte.

Unſer Jäger erreichte zuerſt das kleine Haus und blieb einen Augenblick ſtehen, um zu lauſchen; da er aber nichts hörte, ſo murmelte er:

Gut, ich bin zu rechter Zeit gekommen.

Er ſetzte darauf die Wanderung einige Schritte weiter fort, als der Schall von den Tritten des anderen jungen Mannes ſein Ohr erreichte, wobei er ſtehen blieb und den Hahn ſeines Gewehrs ſpannte.