Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 3. Band (1864)
Entstehung
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Wir verlaſſen Allon und ſeinen Freund, deſſen Warnungen wahrſcheinlich den in ſolchen Fällen ge⸗ wöhnlichen Erfolg hatten, ſo viel als Nichts zu nützen, und wollen uns nach Stephan und Amy umſehen.

Sie waren ſchweigend neben einander hingewan⸗ dert, bis ſie zu dem Waldweg gelangten, wo ſie die übrige Geſellſchaft eine Strecke weit vor ſich hatten und ſich ſofort in genügendem Abſtand hielten, ſo daß, was ſie mit einander ſprachen, von den Andern nicht behorcht werden konnte.

Stephan brach zuerſt das Stillſchweigen.

Es ſind jetzt zwei Wochen, daß wir, Sie und ich, in dem Hauſe meiner Couſine faſt täglich beiſam⸗ men ſind, und ich ſomit Gelegenheit gehabt habe, Sie zu beobachten. Der Augenblick dürfte alſo jetzt ge⸗ kommen ſeyn, um unverholen mit Ihnen zu ſprechen. Amy, Sie ſpielen eine ſchlechte Rolle. Nehmen Sie ſich in Acht, denn es kann dieß Kummer und Elend für Andere, und bittere Reue für Sie ſelbſt hervor⸗ bringen. Ich ſpiele die Rolle, die mir beliebt, Signor, ſiel Amy ein,ohne mich durch irgend Jemand davon abhalten zu laſſen. Rufe ich Kummer und Elend hervor, wohlan, ſo gebe ich Andern nur einen Theil von dem zurück, was mir zum Looſe beſchieden iſt. Was habe ich wohl zu verlieren? Nichts. Was ich einmal zu gewinnen wünſchte, darauf darf ich, wie Sie mich gelehrt haben, nicht mehr hoffen, und wa⸗ rum ſollte ich deßhalb ganz ruhig mitanſehen, wie Andere eine Glückſeligkeit genießen, welche mir nie⸗ mals zu Theil werden kann.

Amy's Augen blitzten, ihre Bruſt hob ſich un⸗ ruhig, ihr ganzes Weſen ſchien von Zorn durchglüht.

Sie ſind aufgeregt, Amy, fuhr Stephan kalt