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ein Kapitän., zu welchem ſämmtliche Perſonen auf einige Tage eingeladen waren..
Allon zeigte auf der ganzen Reiſe und während des Aufenthalts bei Kapitän 4. eine in die Augen fallende Gleichgiltigkeit gegen Gurli, behandelte ſie mit einer gewiſſen Ueberlegenheit, als ob er Jeder⸗ mann ſehen laſſen wollte, daß er ſich ſeiner reichen Frau gegenüber nicht zu geniren brauche, ſondern ſich benehmen könne, wie es ihm beliebe.
Dieß war Etwas, das er ſich bisher nie erlaubt hatte. Gurli wunderte ſich anfangs darüber, und es ſah aus, als ob ſie in ihrem Innern dieſes Betragen lächerlich fände; aber da es die ganze Zeit fort⸗ dauerte, ſo nahm ſich Gurli vor, jeden Verſuch Al⸗ lons, ſie en bagatelle zu behandeln, mit Scherz zurück⸗ zuweiſen.
Madame Teverino, welche an dergleichen Erkur⸗ ſionen niemals Theil nahm, war allein zu Hauſe geblieben, und Amy erſchien gegen Allon weit freund⸗ licher, als ſie ſonſt zu ſeyn pflegte. Sie munterte ihn gleichſam in ſeinem unehrenhaften Benehmen gegen Gurli auf, denn je gleichgültiger er in dieſer Hinſicht ſich zeigte, deſto liebenswürdiger wurde Amy.
Stephan, welcher ſich vollkommen neutral gehal⸗ ten und bisher nur ein Ziel, nämlich jedes tétetéte zwiſchen der Sängerin und Allon zu ſtören, ſo lang man bei Kapitän. verweilte, verfolgt hatte, war unge⸗ wöhnlich ernſt. Seine Augen ſchoßen Blitze des Zorns, wenn Allon ſich erlaubte, Gurli anzuſchnauzen.
Eines Abends bat man Amy, zu ſingen.
Sie wies alle an ſie geſtellten Bitten mit der Erklärung ab, ſie habe ein Gelübde gethan, nicht eher zu ſingen, als bis ein gewiſſer Wunſch von ihr in Erfüllung gegangen wäre.


