Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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Gurli war noch allzu ſtark, als daß er nicht bei die⸗ ſen Erinnerungen und der ſich ihm aufdringenden Vergleichung von ehemals und jetzt etwas wie Schaam über die Gefühle, welche ihn ſchon geraume Zeit be⸗ herrſchten, empfunden hätte. Sein ſchlimmerer und egoiſtiſcher Menſch wurde in den Hintergrund verwie⸗ ſen und er bereute es, daß er denen, welche feindſelig gegen Gurli geſinnt waren, ein Ohr geliehen hatte.

Was habe ich ihr eigentlich mit Recht vorzu⸗ werfen? dachte Allon, als er an Gurli's Seite ſtand. Nichts. Wie glücklich waren wir nicht vor unſerer Rückkehr nach Schweden.

Jetzt wandte Gurli das Geſicht zu ihm herum.

Allon, welcher Wehmuth und Schmerz darin zu leſen erwartet hatte, fühlte ſich grauſam in dieſer Vorſtellung getäuſcht, als Gurli's Miene mit Nichts andeutete, daßdie Erinnerung als ein Phantom umging.

Der ſtrenge Ausdruck in ihrem Blick erſtickte jede Kundgebung von Empfindſamkeit, und Allon erwar⸗ tete ihre erſten Worte mit Etwas von der Spannung, welche ein Duellant empfindet, wenn er dem Moment entgegenſieht, daß ſein Gegner den erſten Schuß thun ſoll.

Unſere letzte Unterredung, Allon, begann Gurli, hat mich auf eine, ich geſtehe es, ſchmerzhafte Weiſe darüber aufgeklärt, daß dein Herz einen nicht geringen Grad von Bitterkeit gegen mich birgt. Die Worte, welche Du ausſpracheſt, werden lang in meiner Seele widerhallen und mich an die Lehre erinnern, welche ich daraus gezogen, während ſie mir zugleich zuflüſtern, daß die Tage unſeres Glücks entflohen ſind.

Gib mir deine Zärtlichkeit, gleich ſtark und

warm, wie die meinige, und ſie werden zurückkehren,