Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

257

laͤngſt zum Braͤutigam beſtimmt, den kann ich nimmer lieben!« 1

»So alſo ſteht's mit Dir?« entgeg⸗ nete die Graͤfin und fuͤhlte ſich im Inner⸗ ſten verletzt.»Was haſt Du gegen meinen Sohn?4

»O, erlaſſen Sie mir dieſe Antwort, eben weil er Ihr Sohn iſt!« bat Emma mit ſanftem Ton, und die Graͤfin, in heftiger Bewegung, wendete ſich ab von ihr; doch bald gefaßt, ſprach ſie ſchmerzlich:»Liebe laͤßt ſich nicht erzwingen, und ſo ſey der Plan denn aufgegeben, mit deſſen Ausfuͤh⸗ rung ich in muͤtterlicher Fuͤrſorge Rudolphs Wohl zu gruͤnden hoffte. Du biſt vielleicht die Einzige unter Tauſenden, die ſeinen ſtar⸗ ren Sinn zu beugen, die ihn nach und nach von ſeinen Fehlern zu befreien vermoͤchte. Doch— es ſoll nicht ſeyn! Ich will ihn Got⸗ tes gnaͤdiglicher Leitung anempfehlen, daß er nicht ganz verloren gehe, denn ich vermag nichts uͤber ihn, und leider muß ich es einge⸗ ſtehen: ich kann mich dieſes Sohnes nicht erfreuen.— Doch huͤte Dich«— fuhr ſie

III. 17