Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

31 WANN ner Bruſt, daß er vergeblich niederzukaͤm⸗ pfen ſich bemuͤhte. Es war ihm, als ob er Mariens Liebe nicht mehr ganz vertrauen duͤrfe, ſeitdem ſie ein Geheimniß vor ihm zu verbergen hatte. Eine Scheidewand ſchien ſie jetzt von ihm zu trennen, und doch fuͤhl⸗ te er ſich heftiger als jemals zu ihr hingezo⸗ gen. Sie war der Gegenſtand ſeiner Ge⸗ danken im Wachen, ſie war ſein Traum⸗ bild wenn er ſchlief, und ſo geſchah es oft, daß er des Tags zu wiederholten Malen zu ihr ging, ihr ſtumm ins Auge blickte, ge⸗ dankenvoll ihre Hand in der ſeinigen hielt, und wenn er wortkarg Stunden lang bei ihr geſeſſen, mit truͤben Blicken ſchied. Doch auch Marie ſchien wie umgewandelt; ſie ließ ſich jetzt oft bei verſchloſſenen Thuͤren ſinden, die nur auf ſein Rufen und zoͤgernd geoͤffnet wurden; dann war ſie ſo verlegen, wenn er ihr entgegen trat, und beinahe zitternd bot ſie ihm die Hand zum Gruß. Auch auf ſeine wiederholten Bitten: den Tag doch endlich feſtzuſetzen, an welchem ſie des Prieſters Segen vereinigen ſollte,