6 BWVWWVN friedlichſten Abſicht ſtets im Guͤrtel trug, eilte ins Vorhaus nach dem hohen, mit grasgruͤner Oelfarbe angeſtrichnem Fliegenſchranke, und ſchnitt hier mit zugedruͤckten Augen, um ihrer gewohn⸗ ten, mathematiſchen Genauigkeit fuͤr diesmal zu entgehen, ein reichliches Viertel der ſchoͤnſten, ſelbſtgefertigten Braunſchweiger Metwurſt ab, be⸗ gab ſich in moͤglichſter Eile damit zuruͤck ins Zim⸗
mer, und ſchob es dort dem harrenden Poſtbo⸗
ten, in einen ſaubern Makulaturbogen gewickelt, heimlich in die linke Rocktaſche. Doch regungs⸗ los, wie in tiefes Nachſinnen ver 9 een, ſtand der Fleiſchermeiſter noch immer, die aͤnde gefaltet auf ſeinem Bauche, und nur ein leiſes Zucken ſeiner Augenlieder verkuͤndete die in ihm wohnen⸗ de Lebenskraft, als er ſeiner Gattin Bewegung hinter ſeinem Ruͤcken bemerkend, ploͤzlich zum Poſtboten ſich wendete, und ihm mit ſeiner L⸗ wenſtimme zurief:„heraus mit der Wurſt!“
Der Erſchrockene, der ſich ſchon oͤfters, wenn er angenehme Briefe uͤberbrachte, außer der ge⸗ ſetzmaͤßigen Kupfermuͤnze, einer heimlich zuge⸗ ſteckten Gratification der Frau Fleiſchermeiſterin
zu erfreuen hatte, fand in der Beſtuͤrzung keine
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