„— 29—
einem Jahre bis zum Premierlieutenant avancirt.
Ich wußte mich treflich in die Launen mei⸗ nes Onkels zu finden, und ich hatte mich ſo in ſeine Gunſt feſtgeſetzt, daß er mich wie ſeinen Sohn behandelte. Er verſprach mir ſogar, da er weder Weib noch Kind hatte, mich nach ge⸗ endigtem Feldzuge zum Erben ſeines Vermoͤgens einzuſetzen.
Bald waͤre mir aber dieſe Freude verſalzen worden. Ich war mit vor Belgead, als es be⸗ lagert wurde. Die Feinde thaten oͤfters Aus⸗ faͤlle, ich war einſt unter denen, die ſie zuruͤck⸗ ſchlugen, und wagte mich mit noch einigen, mehr aus Tollkuͤhnheit als Tapferkeit, zu weit von den Meinigen in's ſeindliche Getuͤmmel, und wurde gefangen..
Der Begriff, den man ſich von der Grau⸗ ſamkeit der Tuͤrken gegen ihre Gefangenen macht, iſt nicht zu ſchrecklich. Man wollte die Rache, die man gegen die Belagerer nicht ausuͤben konnte, doppelt ſtark uns empfinden laſſen. Viele wurden auf die jaͤmmerlichſte Art hin⸗ gerichtet, und auch ich haͤtte vielleicht kein beſſer Loos gehabt, wenn meine Wodina nicht, die ich jetzt in meinem Arme halte, und


