Teil eines Werkes 
2. Band (1818)
Entstehung
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12 unerſchoͤpflich im Loben; nur bisweilen entdekte ſie eine Falte an den Beinkleidern, und glaubte durch ihre ſchmeichelnden Worte, ſchmachtenden Blicke und die verfuͤhreriſche Stellung, mit der ſie ſich zu mir bog, etwas in mir rege zu ma⸗ chen, daß die Falte verſchwinden, und ſie Ge⸗ legenheit zu einer andern angenehmern Bemer⸗ kung erhalten moͤchte. Doch mir ging's aus Widerwillen wie dem alten Ovid aus Schwaͤ⸗ che. Sie ſtellte mir ihre Schoͤnheiten faſt ganz enthuͤllet vor, legte mir die feinſten Fallen; aber nicht mir zum Verdienſte ſag ich'ss immer vergebens. Ihr letzter Verſuch machte mir warm, und waͤre ich nicht ſo gut vorbe⸗ reitet geweſen, ich haͤtte mich gewiß noch uͤber⸗ toͤlpeln laſſen. Sie ſchickte einſt fruͤh zu mir, und ließ mich ſehr dringend bitten, ich moͤchte doch dieſen Morgen zu ihr kommen. Ich merkte wieder einen Plan; aber ich trank ein paar Glaͤſer friſches Waſſer, und ging noch in der nehmlichen Stunde zu ihr. Ei! Sie kommen ſchon, ſagte ſie, ich dachte recht lange warten zu muͤſſen. Freude belebte jede ihrer Bewe⸗ gungen; ſie glaubte aus dem Umſtande, daß ich auf ihr Bitten ſo ſchnell erſchienen war, recht viel Gutes hoffen zu koͤnnen. Ihr Anzug