Teil eines Werkes 
2. Band (1818)
Entstehung
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02

Da muß ich nun zuſehn, unterbrach uns meine Befreierin, wie ihr euch freuet und um⸗ armt! und mir, die ich den Freund und Ge⸗ liebten euch wiedergeſchaft, ihm ſeine Ketten abgenommen habe, bietet niemand eine Beloh⸗ nung an.

Geh Bruder, ſagte Blauberg zu mir, und kuͤſſe zum Dank meine Wodina, meine Braut, die morgen mein Weib werden wird.

Es iſt eine kritiſche Sache, wenn man in Gegenwart ſeines Maͤdchens das Maͤdchen eines andern kuͤſſen ſoll.

Ich blickte Julien an. Ich verſtehe die Frage, ſagte ſie, hier iſt die Antwort darauf. Sie ging auf Blaubergen zu, und kuͤßte ihn, auch ich kuͤßte Wodinen.

Das war ein Kuß! So erwiedernd, ſo verweilend, ſo voll Gluth, ſo voll Milde, daß

man den ſanften durchſtroͤmenden Druk immer noch fuͤhlte, als die Lippen ſi ſich ſchon laͤngſt wie⸗ der getrennt hatten.

Freunde, rief ich, ihr ſprengt mir das Herz vor Freude! aber ich kann's nicht faſſen; die Ueberraſchung iſt ſo neu, der Zuſammen⸗ hang ſo unerforſchlich ihr muͤßt mir alles erzaͤhlen.