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Seine viehiſche Begierde hatte ihn ſo der Sinne beraubt, daß er mich nicht auf ſich zu ſtuͤrzen ſah. Worte konnte ich nicht hervorbrin⸗ gen, aber mit dem Dolche zu bohren wurde ich nicht muͤde. Er ſchrie jaͤmmerlich um Häͤlfe, daß es dumpf in den hohlen Gebaͤuden wieder⸗ hallte. Moͤnche und Knechte eilten herbei, ich wurde ergriffen, nach der Stadt geſchafft, hier in einen Kerker geworfen, und an Haͤnden und Fuͤßen geſchloſſen. Ich hatte einen Abt ermor⸗ det! das war ein unerhoͤrtes Verbrechen. Er hatte den Vater eines Maͤdchens vergiftet, die er dann auf den Stufen des Altars ſchaͤnden wollte! das war eine Kleinigkeit; er beſns ja Tonnen Goldes im Vermögen.
Den Tag vorher, ehe ich zu meinem Regi⸗ mente abgeliefert werden ſollte, trat eine weib⸗ liche Figur zu mir in den Kerker. Schlank und majeſtaͤtiſch war ihr Wuchs, edel und erhaben ihr Geſicht, ſtolz ihr Gang, feſſelnd und ſanft ihre Zuͤge, und ihr Auge ſtrahlte Wuͤrde und Hoheit. Die Finſterniß um mich her ſchien vom Glanz des Himmels erleuchtet zu ſeyn⸗ in welchem ein Engel ſtand.
Sie naͤherte ſich mir.


