ſitaͤten geweſen waren, waͤhlte ſie lange. Bei jedem hatte ſie etwas auszuſetzen. Der eine war zu ernſthaft und konnte nicht taͤndeln; ein anderer war zu geizig; beim dritten mußte ſie ſich zu tief buͤcken, wenn ſie ihn kuͤſſen wollte; der vierte war zu groß und ſtark, daß ſie ſich fuͤrchtete bei der Umarmung von ihm erdruͤckt zu werden; der fuͤnfte war zu hager und ver⸗ ſprach zu wenig fuͤr die Gardinenunterhaltun⸗ gen; der ſechſte war nicht gut gewachſen, trug weite Beinkleider, oder konnte nicht tanzen; kurz, jeder hatte ſeine Fehler. Sie gab keinem abſchlaͤgliche Antwort, keinem ihre Hand, aber manchem etwas mehr als die Hand, bis endlich viele es uͤberdruͤßig wurden, aus dem Ernſte Spaß machten, und wenn ſie lange genug ge⸗ ſpaßt hatten, ſich ein ander Maͤdchen zur Frau waͤhlten. Doch ſpuͤrte ſie immer keine Abnahme an ihren Liebhabern; ihre Reize waren ſo aus⸗ zeichnend, ſo hinreiſſend, daß mancher manches uͤberſah, und dem ſchoͤnen Fiekchen alles an den Augen abſah, um ſich im Brautbette recht ſatt an ihr kuͤſſen zu können. Aber je mehr ſich um ſie bewarben, je ſtolzer wurde ſie und je zwei⸗
felhafter und laͤnger ihre Wahl. Drei Jahre
hatte dies ſo gedauert und eben wollte ſie fuͤr


