fahren hat, treulich erzaͤhlen will. Es iſt aber heut zu Tage ein kitzliches Ding um die Schrift⸗ ſtellerei. Wenn man der Natur folgt und die Wahrheit ſchildert, wie ſie iſt, ſo kommen Cha⸗ raktere zum Vorſchein, die man haͤufig und faſt uͤberall findet, und da giebt's Leute, die alles zu deuten wiſſen. Bei jeder Handlung und je⸗ dem Geſchichtchen muß nach ihrer Unze Ver⸗ ſtand eine Perſon gemeint ſeyn, die ſie kennen, und an die man doch nie gedacht hat; als wenn's nicht genug Narren in der Welt gaͤbe und man erſt ſeine Zuflucht zu den ihrigen nehmen muͤßte. Auf dieſe Art kann ein ehrlicher Mann wider ſeinen Willen in Verdacht und Feindſchaft ge⸗ rathen.— Himmel! wenn man alle Narren ſchildern wollte, das wuͤrde ein huͤbſches Stuͤck⸗ chen Arbeit geben; man darf ja nur einen Tin⸗ tenkleks auf's Papier machen, da ſtehn ein paar Dutzend mit Leib und Seele in ihrer wah⸗ ren Geſtalt da. Und wenn auch einige Aehn⸗ lichkeit zwiſchen einem und dem andern vor⸗ kommt, iſt denn das die Folge, daß man gerade den gemeint hat, auf welchen die Allerwelts⸗ ausleger es deuten? Giebt's denn in andern Laͤndern nicht eben ſowohl dumme und kluge, ſchlechte und brave Leute, als hier? Es iſt ge⸗
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


