daß Du nicht eines von allen dieſen Dingen ver⸗ geſſen haſt. Es verlohnt ſich gewiß nicht der Mühe, ſo feierlich darein zu ſchauen, um mich dadurch zu bewegen, Deinen Worten Glauben zu ſchenken. Ich thue es doch nicht.“
„Aber ich verſichere—“ 4
„Das hilft zu Nichts. Ich bin kein unverſtän⸗ diges Kind, wie vor Zeiten, welches Deinen Wor⸗ ten Glauben ſchenkt, wenn Du mich ärgern willſt. Nein, ich bin nun achtzehn Jahre alt und eine ver⸗ ſtändige Frau. Alſo, laß mich nur die Sachen ſehen; ich brenne vor Ungeduld.“
„Glaube nicht, daß ich ſcherze,“ erwiederte er, „wenn ich Dich verſichere, daß ich Euren Brief und den Auftrag, welchen er enthielt, ganz und gar ver⸗ geſſen habe, bis zu dem Augenblick, da Du mir hier entgegenkameſt; da erſt kam mir die Sache wie⸗ der in den Sinn.“
„Das iſt nicht möglich, Eugen, denn Du wuß⸗ teſt ja, wie betrübt wir in einem ſolchen Fall ſein würden.“.
Auf Elma's Angeſicht brannte eine lebhafte Röthe, und ſie betrachtete ihn mit einer gewiſſen unruhigen Erwartung, welche zunahm, je länger ſie ihn anſah, denn ſeine ernſte Miene blieb dieſelbe, und ſeine Stimme klang ziemlich mißmuthig, als er ant⸗ wortete:
„Leider iſt es möglich, denn ich bin in der That ſo unentſchuldbar vergeßlich geweſen, und es ſchmerzt mich mehr als Du glauben kannſt.“
Er wollte ihre Hand faſſen, aber ſie entzog ihm dieſelbe, und der heitere Ausdruck verſchwand aus


