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„Deine neue Heimath und in Deine neue Umgebung „hineinzuleben. Thue Alles, was Du kannſt, damit „die Gräfin Dich leiden mag; denn dieſes, mein „Mädchen, iſt Deine Pflicht gegen ſie, welche Dich „aus Güte in ihre Familie aufgenommen. Laſſe „mich den Troſt beſizen, daß, da Du von mir getrennt „biſt, Du Deiner Pflegemutter Ehre machſt, und „Andere Dich auch lieb haben werden. Dieſes ſſt „die Bitte meines Herzens an Dich und dieſer Bitte „wirſt Du Aufmerkſamkeit ſchenken. Sie kommt von „Deiner ergebenen Pflegemutter.“
Madame Toll glaubte jezt, daß ſie an Sorenza's Herz und Verſtand geſprochen, was ſie auch zum Theil gethan. Sie hatte ſo geſprochen, daß die Wir⸗ kung unwillkürlich die werden mußte, daß Sorenza lieber als die Tante zu beleidigen, künftig mit ihrem Schmerz ſchweigen und auf dieſe Weiſe ohne Stütze den Kampf mit ihrem lebhaften Temperament, ihrem ſtolzen Charakter und unerfahrenen Herzen auskämpfen würdé.
Wie der erſte Abend von Sorenza's Auftreten in der Familie des Grafen war, ſo wurde auch ihr Aufenthalt. Obgleich Sorenza nach Empfang des Briefes der Tante einen feſten Entſchluß gefaßt hatte, Alles zu thun, was in ihrer Macht ſtand, um der
Gräfin zu gefallen, ſo ſchienen doch alle ihre Bemü⸗
hungen an all der Feindſeligkeit zu ſcheitern, welche ſie umgab. Man konnte ſagen, daß es der erſte Akkord jener


