Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 1. Band (1863)
Entstehung
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Als ſie zwei Treppen hoch hinaufgekommen waren, läutete der Graf an einer Hausflurthüre, welche ſofort geöffnet wurde, und Sorenza ſtand vor ihnen, welche gerade ihren Hut und ihren Mantel abgenom⸗ men hatte. Um das friſche Geſicht wogte eine Menge hellbrauner Locken.

Ah, der Graf! rief ſie mit einem Ausdruck von Freude und doch auch von Etwas, das Furcht glich. Sie zog ſich zurück und erröthete ſtark, als ſie Arthur erblickte, der nicht weniger verlegen ausſah.

Der Graf ging, vom Sohne begleitet, durch die Hausflur in einen kleinen Saal hinein, wo ein älteres Frauenzimmer ſaß und nähte. Es ſtand auf und grüßte den Graf mit kalter Höflichkeit.

Mein Sohn, Madame Toll, ſagte der Graf, indem er jenen präſentirte.

Arthur verbeugte ſich und die Madame erwiderte mit einer nichtsſagenden Höflichkeitsphraſe.

Der Graf wandte ſich an Sorenza und nahm ihre Hand mit den Worten:

Hier, Arthur, ſiehſt Du eine Tochter von mir, Sorenza iſt ihr Name.

Hätte man dem Jüngling ein Meduſenhaupt ge⸗ zeigt, oder ihn in's Geſicht geſchlagen, ſo hätte es ſicherlich nicht eine entſetzlichere Wirkung hervor⸗ gebracht.

Die blühenden Wangen wurden bleich und er

ſtarrte das junge Mädchen mit Augen an, die voll

8(Thränen waren.

Der Blick des Grafen hatte auf dem Sohne ge⸗ ruht, und er bemerkte recht wohl die Wirkung ſeiner