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Eine egoiſtiſche Natur wäre durch eine ſolche Leidenſchaft, wie die ihre war, nothwendig getödtet worden.
Aber auch ſo ſagte ſie oft:»Das Leben iſt eine ſchwere Bürde.«
Dann pflegte man allemal mit ihr von ihrem Kinde zu ſprechen und man fragte ſie, ob ſie wohl dieſes, Camills Sohn, ohne Mutter auf der Welt zurücklaſſen möchte? Dieſe Worte waren niemals vergebens zu ihr geſprochen.
Ihre Mutter vergab ihr und liebte ſie wie zuvor. Wer hätte auch lange unwillig auf ſie ſeyn können? Die Luft war nun nicht mehr ſchwer von Lügen. So elend Joſephine ſich auch fühlte, ſo athmete ſie doch leichter. Freude und Hoffnung waren dahin, aber wehmüthiger Frieden nahte. Wenn das Herz in dieſen Zuſtand eintritt, dann kann nur die Zeit eine heilende Kraft äußern— aber was thut nicht die Zeit! O⸗ welche Wunden hat ſie ſchon geheilt! Ihre Heilkraft iſt un⸗ glaublich.
Und dennoch gibt es einige wenige Herzen, die ſo treu ſind, daß ſie ihre frühen Wunden mit in das ſpäte Grab neh⸗ men. Wer kann Joſephinens, dieſes treueſten Herzens, Schick⸗ ſal vorausſagen?
Es waren ungefähr vierzehn Tage vergangen. Die kleine Geſellſchaft ſaß eines Tages friedlich ſtll, aber wehmüthig in der Plaiſance unter der großen Eiche.
Zwei Soldaten kamen zum Thore herein. Sie gingen langſam, denn der eine war lahm und ſtützte ſich auf den an⸗


