Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
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Die Lerche war's, nicht die Nachtigall:

Kein Küſſen gilt es und Koſen, Sie ſingt von nahendem Donnerhall,

Sie ſingt von des Schlachtfelds Roſen.

Den Roſen, damit in Todesluſt Die Bruſt,

Die Bruſt der Helden ſich ſchmücket. D'rum auf und wohlan, bis frei die Welt, Sei der Himmel ein einig Kriegerzelt

Und der Dolch der Rache gezücket.

Die Lerche war's, nicht die Nachtigall: So laß, o Jugend, dein Träumen, Und wie von den Bergen mit Jubelſchall

Die muthigen Waſſer ſchäumen, Und wie ſie jagen in's tieſſte Thal

Den Strahl,

Den ſilbernen Strahl durch's Gelände, So gib' ihr dein Blut, ſo gib' ihr dein Wort, Daß die Erde nicht ganz und gar verdorrt, So gib' ihr dein Herz, deine Hände.

Die Lerche war's, nicht die Nachtigall; Die kecke Geſpielin der Wolke Fliegt jauchzend hinter dem Sonnenball, Hoch über dem ſtaunenden Volke, Und unter dem Scheffel bleibt auch nicht Das Licht, Das Licht der Freiheit verborgen; Viel tauſend Herzen ſind angefacht, Und preiſet die Liebe die Sterne der Nacht,

Die Völker, ſie preiſen den Morgen!

Herwegh.