Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
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heiten in erſter Linie von Louvois dem Könige vor⸗ getragen und in dem geheimen Conſeil beſprochen. Der Erfolg war, daß Krone und Hülfsgelder— gegen die wiederholte feſte Verpflichtung der Ungarn und Türken, Oeſterreich ſofort anzugreifen— be⸗ willigt wurden.

Als dieſe höchſt wichtige und folgenſchwere An⸗ gelegenheit geordnet war, frug der König:

„Sind Wir jetzt zu Ende?“

Louvois verbeugte ſich tief, dann ſagte er ernſt:

„Wie Majeſtät befehlen!“

„Liegt nichts mehr vor?“

„Doch, Sire, noch eine andere wichtige Sache. Wenn Majeſtät die Gnade haben wollten, den Con⸗ ſeil noch einige Augenblicke auszudehnen...“

„Und welche Angelegenheit?“

„Es betrifft Straßburg!“

„Ach!“— rief der König—„dann ſprechen Sie, Marquis! Iſt die Frucht noch nicht reif, daß man ſie abſchütteln kann?“

„Sie reift ſichtlich und wird bald zu den Füßen Ludwig des Großen, des Unvergleichlichen, liegen!“ — entgegnete der Miniſter mit lächelnder Miene und tiefer Verneigung.

„Es geht langſam!“— meinte der König.

„Aber ſicher!“— entgegnete Louvois.