Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
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Ludwig XIV. hatte noch nicht daran gebetet. Er wandte ſogar, ſo oft er im raſchen Auf⸗ und Ab⸗ gehen in ſeine Nähe kam, die Blicke von ihm ab,.. nicht aus Mangel an Religioſität— er bekreuzte ſich ſogar manchmal dabei— ſondern... weil ihm ganz eigene Gedanken kamen.

Man ſagte im Geheimen, und der König hatte es erlauſcht, das Geſpenſt, das im Agnesthurme umgehe, ſei der Geiſt ſeines Ahnherrn, Ludwig KI., der hier ſchwere Verbrechen begangen haben ſollte. Und in der That!... als er dieſe Nacht den Agnesthurm verließ... hatte er in der Tiefe eines langen, nach dem Donjon führenden Ganges mit eigenen Augen eine weiße Geſtalt geſehen. Das tollſte aber war, daß ſie ſich auch in dem großen Saale, mitten unter dem Mummenſchanz gezeigt, und die Herzogin von Fontanges ſo ſehr erſchreckt hatte, daß man ſie ohnmächtig auf ihr Zimmer bringen mußte.

Ludwig XIV. war die Sache doch nicht einerlei. Schon die Erinnerung an die ſchweren Thaten, welche die Mauern von Loches geſehen haben mochten, laſtete jetzt auf ihm und verdarben ihm die Luſt an dem Aufenthalte;— auch fühlte ſich ſein ſtolzer Geiſt durch den Gedanken gedemüthigt: hier die Seele eines ſeiner königlichen Ahnen büßend zu wiſſen. Der Entſchluß, Loches ſo bald als möglich zu