Teil eines Werkes 
1. Band (1841)
Entstehung
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Sittlichkeit deutete. Ihr Herz ſprach ſich ſo offen als edel aus, und ihrem ganzen Weſen war jener Stempel einer reinen Seele aufgedrückt, den ſelbſt ein ungeübtes Auge mit Leichtigkeit von der prüden Koketterie zu unterſcheiden ver⸗ mag, die unter ihrem keuſchen Ueberwurfe oft die unlauterſten Wünſche verbirgt.

„Mein Fräulein,“ ſagte der Baron, indem

er ſich erhob,„ich bin entzückt, in Ihnen ein

Weſen zu finden, das, mitten in einer verderbten Umgebung, rein und leuchtend daſteht. Bewah⸗ ren Sie ſich dieſes Glück; und um die Wun⸗ den zu heilen, die Ihnen eine harte Wirklichkeit ſchlägt, bleibt Ihnen ja die göttliche Kunſt. Der Augenblick iſt viel zu kurz, um dieſen Gegen⸗ ſtand zu erſchöpfen; auch bin ich zu einer Stunde eingetreten, in welcher ich, wie ich ſehe, läſtig fallen muß; darf ich wohl hoffen, daß Sie mir Gelegenheit geben, Sie noch mehr in Ihrem häuslichen Weſen zu bewundern?“

„Liebſter Baron, Sie ſind zu gütig; Ihre