Teil eines Werkes 
1. Band (1841)
Entstehung
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„Das kann ich nicht, Herr Baron, ich bin nun einmal offen, und jede Falſchheit iſt mir in den Tod zuwider. Was ich denke, muß ich auch ſagen, und was ich fühle, kann ich nicht bergen.“

Die Tante ſchüttelte ärgerlich den Kopf und brummte:„Wirſt's ſchon lernen; willſt Schau⸗ ſpielerin ſeyn, und kannſt Dich nicht verſtellen?“

„Liebe Tante,“ entgegnete Roſa;„Ver⸗ ſtellung bedarf meiner Anſicht nach der wahre Schauſpieler nicht einmal auf der Bühne. Die Characktere die ich darſtellen ſoll, müſſen mein eigen werden; ich drücke meine Seele nur in die Form die der Dichter mir gegeben; ich lebe, ich dichte mich ſo in ſie hinein, daß meine Dar⸗ ſtellung, wenigſtens während der Dauer derſelben die Aufſtellung meines Ich's iſt. Sie darf ſogar keine Verſtellung, ſie muß Wahrheit ſeyn.“

„Das ſind nun wieder ſolche geſchraubte Ideen, die nur dazu dienen, Dich unglücklich

zu machen,“ fügte die Tante hinzu.