————
——
32
Fürſtin Orſini ſelbſt betrifft, ſo vertheilt ſie allein, unter dem Titel einer Vormünderin des Prinzen von Aſturien(da, ſeitdem es keine Königin mehr gibt auch das Hofamt einer Camerera⸗Mayor aufgehört hat), alle Gnadenbezeugungen und Aemter. Sie iſt der erſte Miniſter, das Haupt der Armee, was weiß ich alles? es dürfte ihr einfallen irgend eine Stelle zu bekleiden,— ſie würde ſie ſofort er⸗ halten. Es ſcheint faſt, als ob ſelbſt die Geſetze, welche die Natur regieren, ihr gehorchen müßten. Wißt Ihr, Ercellenz, daß ſie der Jahre ungeachtet, noch immer in wunderbarer Schönheit blüht?“ „Und darüber erſtaunt Ihr?“ „Ich meine, es ſei allerdings zu verwundern.“ „Ich meinestheils“— ſagte der Marquis von Santa⸗Cruz—„ich erſtaune gar nicht darüber. Im Gegentheil, alles was Ihr mir da erzählt habt, beſtärkt mich nur in meiner Meinung. Ich weiß nicht, ob ich am Jahrestage des Todes unſeres Er⸗ löſers davon reden 5
„Thut's nur immer, Erxcellenz. Ich habe oft den
ehrwürdigen Pater Robinet, den Beichtvater des Königs, ſagen hören: Wer nicht handeln kann, der rede, es bleibt immer etwas hängen.“


