hervor. Es dauerte auch keine Minute, ſo lag die Tochter in des Vaters Armen.
Es war ein liebliches Mädchen von ungefähr neun⸗ zehn Jahren. Ein dickes, rundes, lebendiges Weſen, dem Lebensluſt, Ge ſundheitsfülle, faſt möchte man ſagen, ju⸗ gendlicher Uebermuth aus den blauen freundlichen Auglein blitzte. Allerliebſt ſtanden ihr dabei zwei tiefe Grübchen in den Wangen, die ihrem Lächeln einen eigenthümlichen Zauber gaben, der noch durch die blüthenweißen Zähne gehoben wurde, die dann neckiſch zwiſchen den friſchen Lippen hervorblickten.
Der blonde Lockenkopf hatte ein ganz einfaches Kleid von roſa Kattun an, deſſen kurze Aermel ein paar runde, feſte Arme zeigten, die ſich jetzt mit der Innigkeit kindli⸗ cher Liebe um den ſpeckigen Hals des Vaters ſchlangen.
„Lieber! lieber Vater!“ rief ſie jauchzend und drückte den armen dicken Mann, daß ihm beinahe der Athem aus⸗ ging—„wie freue ich mich, Sie endlich wieder zu ſehen. Nun gehe ich aber auch gewiß nicht mehr von Ihrer Seite, und pflege Sie, und hege Sie, daß Sie mich nicht wieder fortſchicken.“
„Ha!“ ſtöhnte der Wirth zum Europäiſchen Hof und ſchob ſanft die Tochter etwas von ſich weg.„Kind!—


