233
Nachtigall ſchwieg, die Harmonie brach raſch in einer ſchneidenden Diſſonanz ab— und vor den Blicken des erſtaunten Ahmed's verwandelten ſich mit der Schnelle des Blitzes die Thiere in wunderliebliche Mädchen.“
„Ahmed hielt den Athem an. Seine Wangen färb⸗ ten ſich, ſein Blut ſchäumte; denn kleiderlos, wie als Vögel, ſtanden die ſchönen Geſtalten— jetzt als Mäd⸗ chen, vor ihm.“
„Aber wunderbar!— nachdem ſich Ahme d's erſte Ueberraſchung gelegt, glaubte er ſelbſt jetzt noch in den menſchlichen Geſtalten den Charakter derjenigen Thiere wieder zu finden, von deren Hülle ſie ſein Gebet in die⸗ ſem Augenblick befreit. Das ſchnatterte, ſchrie, flehte, drängte ſich vor, ſpreizte ſich, zankte, rupfte und neckte wie vorhin. Ahmed's Auge ſchwelgte in einem Meere von Reizen und doch blieb ſein Herz kalt. Da gedachte er plötzlich der Nachtigall. Er wandte ſich um,— ein anmuthiges Mädchen kniete auf der Stelle, wo jene geſungen. Zarte Schen hatte ſie nieder⸗ gebeugt und die Röthe der holdeſten Schamhaftigkeit flammte auf ihren Wangen. Ahmed durchrieſelte Ent⸗ zücken. Sein Entſchluß war gefaßt. Ein ſo holdes, menſchliches Weſen war der größte Schatz, den er bis⸗


