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Welchem wird die Hand ſie geben
Und das Königthum?
Sind doch beide Fürſtenſöhne
Gleich an Ehr und Ruhm.
Ihre Lieb' hatt' längſt entſchieden;
Aber Königin,
Opfert ſie des Herzens Frieden
Für ihr Polen hin. Polen! meine Lieb und Luſt! Tapfer ſchützt dich dieſe Bruft. Siegreich nur will ich dich ſehn, Oder— mit dir untergehn.
Und ſie ſagt, die Thrän' im Auge, Sanft zu Oeſtreichs Sohn: „Freie Lieb' wohnt in der Hütte, „Iſt verbannt vom Thron, „Einer Fürſtin Herz muß ſchweigen, „Spricht das Vaterland, „Seinem Glück muß ihres weichen, „Drum entſagt der Hand. Polen! meine Lieb' und Luſt Tapfer ſchützt dich dieſe Bruſt. Siegreich nur will ich dich ſehn, Oder— mit dir untergehn.
„Polen wünſcht und ich gehorche, „Bricht auch faſt das Herz; „Opfre ſeiner Macht und Größe „Willig dieſen Schmerz.
„Muß der Länder Feindſchaft tilgen „Durch der Ehe Band.


