14. Ezelino di Nomano.
Nicht iſt es Zeit, zu ſchmaußen und zu trinken, Zu koſen mit geſchmückten ſchönen Fraun, Denn bald beginnt in Welſchlands ſchönen Gaun Ein ernſtes Spiel und wilde Fiedler winken. Schon ſeh' im Geiſt ich heil'ge Waffen blinken, Ein glänzend Roth verdrängt das Nebelgraun; Das Volk wird ſeine Feſten ſelber baun, Sein Stern geht auf, wenn eure Sterne ſinken. Doch ſtehn noch Fürſten mit dem Heldenſchwerte Und jeder Tugend, jedem Ruhm geziert, Bereit zu züchtigen ein frech Vermeſſen. und würd'ge Führer zählt die deutſche Erde, Durch keinen Tand, durch keinen Trug verführt, Die nimmermehr des hohen Schwurs vergeſſen.
Ernſt von Münch.
Unterdeſſen war die Zeit herangekommen, welche der Kaiſer für einen Reichstag zu Mainz anbe⸗ raumt hatte.
Wunderte ſich die Welt ſchon über die Fürſten⸗ verſammlung zu Worms und die Pracht und Herr⸗ lichkeit, die ſich auf des Kaiſers Hochzeit entwickelt hatte, ſo mußte ſie bei dem impoſanten Glanze des Mainzer Reichstages in ehrfurchtsvollem Staunen verſtummen.


