Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
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ihn wohl; es iſt ein unbändiger Geiſt, ein leiden⸗ ſchaftlicher ſtolzer Menſch, der das höchſte Vor⸗ recht der Majeſtät in völliger Ungebundenheit des Willens ſucht. Ehrgeizig und eitel, und dabei ſchwach und unſelbſtſtändig, iſt er ein Spiel niede⸗ rer Schmeichler; und was gleich ſchlimm, jedes Opfer, erlaubt oder unerlaubt, gilt ihm gleich, wenn es ſein Eigenſinn und ſeine Laune verlangt. Darum peitſchen ihn auch die Furien eines böſen Gewiſſens unaufhörlich durch das Leben, darum trieb es ihn auch mit frevelndem Stolze zur Re⸗ bellion gegen ſeinen Vater und Kaiſer, auf daß er eine Stellung erringen möge, die ihn auf Erden jeder Verantwortung entziehe.

Wenn es dem Kaiſer gelingt, durch die Lom⸗ bardei zu kommen, wird es dem König ſchlimm ergehen! ſagte hier der Truchſeß von Singenberg, der zunächſt des jungen Grafen ritt und dem Ge⸗ ſpräche bisher ſchweigend zugehört hatte. Denn in Deutſchland wird Heinrich wenig Anklang finden, wie ſchon der Reichstag bewies, den er nach Bop⸗ pard ausgeſchrieben und auf dem er ſich von Für⸗ ſten und Prälaten faſt verlaſſen ſah.

Empörung gegen Kaiſer und Vater! rief hier Rudolph mit Abſcheu in Ton und Geberden aus. Ich kann es nicht faſſen, wie ein Menſch ſich bis zu ſolcher Unthat verirren kann?