ſtaunten über die Geläufigkeit und Reinheit, mit welcher die ſchöne Fremde die deutſche Sprache ſprach.
„Ein pragmatiſcher Geiſt darf ſich an die engen Grenzen einzelner Nationalitäten nicht kehren, er wird ſie nicht verwiſchen wollen, aber er ſteht über ihnen, wie ein Weſen höherer Art über den Begriff: Menſch⸗ heit. Ich bin Spanierin— Sie ſind ein Deutſcher— welch' anderes Band kann unſere Nationen geiſtig feſter aneinander knüpfen, als das des Kosmopolitis⸗ mus? und wer könnte wiederum, ohne von dieſem durchdrungen zu ſein, jene großen weltverbeſſernden Ideen, die ſie eben erwähnt, in ſich aufnehmen?— Gleiche Wünſche, gleiche Hoffnungen, machen uns aber auch ſeelenverwandt, und da ich ſolche in Ihnen entdecke, nehme ich keinen Anſtand, Ihnen meine Freude darüber zu bezeugen.“
Die Fremde hatte dieſe Worte in einem ſo ver⸗ bindlichen, feſten und doch beſcheidenen Tone geſagt, daß Niemand ſich von der Freiheit verletzt fühlte, mit welcher ſie die Grenzen überſchritt, die Conve⸗ nienz und Gebrauch dem Benehmen unſerer Damen vorſchreiben. Iſt doch ohnedem der Hamburger in dieſer Beziehung großſtädtiſcher als jeder andere Deutſche, da der Zuſammenfluß aller Nationen in der mächtiger Handel- und Weltſtadt, ihn mit den


