53
dienten Wiſcher in ſehr unzweideutigen Ausdrücken überbrachte, und ihn zur ſchleunigſten Abreiſe mahnte.
Mutter Haubenhuber ſaß wie auf glühenden Koh⸗ len. Sie bot alle ihre Liſt und Zungenfertigkeit auf, den guten Hartmann in ſeinen eigenen Reden zu verſtricken, immer hoffend, daß er ſich einmal ver⸗ plappern und irgend etwas ſagen würde, woran ſie ihn halten könnte. Aber Zacharias, verſtimmt durch den Darmſtädter Brief, war zurückhaltender als bis⸗ her, und wollte auf keine Weiſe in die Falle gehen.
Da griff die gewandte Frau zu einem andern, bereits mit Veronika verabredeten Mittel.
Sie verließ nämlich das Zimmer, und da Za⸗ charias den Bitten Veronikas: noch länger in Mün⸗ chen zu bleiben, aus Geſchäftsrückſichten nicht nachgab, traten ihr allmählig die Thränen in die Augen und als gar, eben von den feuchten Perlen der ſchönen Brünette ergriffen, der junge Mann raſch Abſchied nehmen wollte, um nicht zu unterliegen— ſank ſie auf dem Sopha ohnmächtig zuſammen. Dieſe ſchweig⸗ ſam⸗plaſtiſche Liebeserklärung war aber zu gut be⸗ rechnet, als daß der junge Hartmann hätte widerſtehen können. Er verlor den Kopf, und ſeinen Gefühlen


