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„Sie ſind thöricht, lieber Freund,“ erwiederte die Franzöſin,„Sie legen ein ſolches Gewicht auf einige hingeworfene Worte von mir, und keines auf Ihre bedrohte Sicherheit. Mag nun Ihre geheime Geſellſchaft gefährlich ſein oder nicht, ſie iſt entdeckt, und Sie ſind verdächtig. Dies iſt hin⸗ reichend, damit Sie ſuchen Ihren Feinden zu ent— gehen. Kennen Sie denn die Geſchichte der Ge⸗ genwart ſo wenig, daß Sie nicht wiſſen, es ge⸗ nüge jetzt verdächtig zu ſein, um auch ſchuldig be⸗ funden zu werden? Glauben Sie denn nicht, daß ſich die Monarchien eben ſo des Schreckens bedie⸗ nen können, wie es die Republik gethan? Sie ſte⸗ hen erſt am Eingang Ihres Lebens, werfen Sie es nicht leichtſinnig von ſich. Kämpfen Sie die Eitelkeit nieder in Ihrem Buſen, die Ihnen zuflü⸗ ſtert, es ſei ſchön ein Märtyrer zu werden. Sie ſind zu etwas Beſſerm beſtimmt, als ein Opfer der Reactivn zu werden. Sie müſſen ſich retten, jetzt gleich; in einem Augenblick iſt alles vorbereitet.“
Madame Raimond ſetzte ſich an den Tiſch und ſchrieb in größter Eile einige Zeilen. Sie faltete das Papier als Brief zuſammen und ſegelte es.


