Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſichtslos gehen, ohne Blut und Verfolgung zu ſcheuen.

Der junge Mann glaubte ſich in früher Mor⸗ genſtunde unter den Ruinen vor jeder Ueberraſchung vollkommen ſicher, er war daher nicht wenig erſtaunt, als er plötzlich einen Schrei hörte. Er ſprang auf, ſteckte das Buch raſch zu ſi ich, und bemerkte erſt jetzt, daß gerade über ſeinem Sitze. ein ſchmales Fenſter, vom Epheu beinahe ganz bedeckt, die Kloſterwand durchbrach. Er ſchob die dichten Zweige der Schlingpflanze auseinander, und ſah nun zu ſeiner größten Ueberraſchung, es ſei kein Naderer, der ihn hier belauſchte, ſondern zwei anmuthige jugendliche Frauengeſtalten, die etwas ängſtlich hart am Donauufer ſich an den Aeſten der Erlen feſthielten, um nicht über dem Steingewölbe auszugleiten. Sie waren in der Abſicht die Rückſeite der Ruine zu ſehen auf eine Stelle gekommen, wo die Wellen des Fluſſes das Ufer gelockert hatten. Der Boden wich unter ihren Tritten, inſtinetmäßig ergriffen ſie die Erlen⸗ äſte, die ſich über ſie hinbogen, und klimmten raſch auf das Steingewölbe hart an der Ruine; aber