Teil eines Werkes 
2. Theil (1855) Familiengeschichten
Entstehung
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Haſt öffnete ſie die Brieftaſche auch und durch⸗ blätterte ſie auf das genaueſte. Allein ſie war leer; nur in einem geheimen Fach lag ein ver⸗ gilbtes, mürbes Blättchen Papier, mit einem Kranz von Roſen und Myrten in Seide ge⸗ ſtickt, wie es früher einmal Mode war, und in dem Kranze ſtanden mit zierlicher Schrift die beiden Namen:Hugo. Ulrike.

Ein ſehr unerheblicher Fund, nicht wahr? Und Keiner von uns Allen, geneigter Leſer, hätte ſich darum die Nachtruhe verdorben und mit eigenen Händen einen Haufen alter blu⸗ tiger Lumpen durchſucht. Aber für die Baro⸗ nin mußte er doch von unſchätzbarem Werthe ſein; ſie wurde nicht müde, die altmodiſche, verblichene Stickerei zu küſſen, während heiße Thränen aus ihren ſonſt ſo ſtarren Augen rieſelten.

So ſaß ſie lange, lange; erſt als die Kerze zu verlöſchen drohte, ſprang ſie auf, warf die

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