—
Der Frau Charlotte Wellmann in Stettin.
Schon längſt, meine theure Freundin, war es mein Wunſch, einer meiner Schriften Ihren Namen vorzuſetzen und dadurch der mehr als dreißigjährigen Freundſchaft, die mich mit Ihnen und Ihrem Hauſe verbindet und die für mein ganzes inneres Leben ſo einflußreich geworden iſt, ein öffentliches Denkmal
zu ſtiften. Vor drei Jahren, als ich den„Felir“ ſchrieb, ſollte dieſer Ihnen meinen Gruß bringen; das leichte luſtige Buch, das ſich wie eine bunte Arabeske um die Leiden und Thorheiten unſerer letzten Jahre zu ſchlingen ſucht, ſchien dem heitern, gefaßten Sinne zu entſprechen, mit' welchem Sie das Leben tragen und ſeine Schmerzen und Täuſchungen zwar nicht vergeſſen, aber doch verklären.
Allein gerade wie die letzten Bogen des„Felir“ die Preſſe verließen, ſtarb Ihr Mann, der treffliche Albert Wellmann, gekannt und geſchätzt von den Freunden der Wiſſenſchaft wegen ſeiner gründlichen


