ſetzte ſie mit einem halben Seufzer hinzu,„hat kein Talent zum Schauſpieler, er iſt zu offen, zu ehrlich, zu ſchwach dazu: gerade wie auch Du—“ indem ſie einen raſchen Blick über mich hingleiten ließ— „kein Talent dazu hätteſt, mein Kind: dazu gehören andere, härtere Herzen, geſtählt in der Flamme der Leidenſchaft und geweiht vom Stempel des Un⸗ glůcks.
Sie verſank in ein minutenlanges Schweigen, dann plötzlich in die Höhe fahrend, mit einem Aus⸗ druck von Schadenfreude, der den ſchönen Kopf faſt widerwärtig machte:
„Aber das bischen Angſt,“ ſagte ſie,„kann der alten ſtolzen Dame nicht ſchaden, ſie hat es um mich verdient— ſo mag ſie denn ein wenig ſchwitzen an dem Feuer ihrer eigenen Angſt. Weißt Du auch, Kind, was ſie mir angethan hat, dieſe alte böſe Frau? Daß ſie mich bei Waldemar zu verleumden ſuchten, daß ſie Geſchichten erfanden und Lügen ſchmiedeten ſein Herz von mir abzuwenden— pah, das vergeb' ich ihnen; was wäre das für eine Liebe, die ſich durch ſolche Mittel erſchüttern ließe? Selbſt Waldemar, ſo ſchwach, ſo weibiſch ſchwach er im Grunde iſt— dieſen Angriffen, das weiß ich gewiß, hätte er doch widerſtanden. Aber nein, ſie haben mir


