Teil eines Werkes 
1. Theil (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

S

Dem Fräulein Alwine Göttling in Jena.

In Ihrer Nähe, Theuerſte Freundin, in der glücklichen Umfriedung Ihres ſchönen Jenaiſchen Thales, ermuntert durch Ihre Theilnahme, Ihren Zuſpruch, mitunter ſogar Ihr freundſchaftliches Schelten, habe ich, mit der wiederkehrenden kör⸗ perlichen Geſundheit, auch die geiſtige Kraft und Friſche gewonnen, das vorliegende Werk, das be⸗ reits vor fünf Jahren entworfen und begonnen war, endlich zu vollenden.

Es iſt daher nur eine Schuld, die ich entrichte, eine Schuld der Freundſchaft und der Dankbarkeit, wenn ich Ihnen daſſelbe jetzt auch öffentlich zu ſchreibe, nachdem es Ihnen in der Stille ſchon ſeit ſo Langem angehört. Ich weiß, daß Ihre Be⸗ ſcheidenheit mir über das Oeffentliche dieſer Wid⸗ mung zürnen wird. Aber ſind, in dieſen zerriſſenen, ruheloſen Zeiten, die guten, friedlichen Stunden, die wir dieſen Sommer zuſammen verlebt haben, nicht ſo ſelten? iſt es nicht ſo ſelten, überhaupt eine ſolche Freundin zu haben, wie Sie uns ſind? und warum alſo dies ſeltene Glück nicht auch öffentlich bekennen?