Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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ten gehabt hätte. Zunächſt ſeines„übernächtigen“ Aus⸗ ſehens wegen, und dann weil es nichtunwahrſcheinlich war, daß ſie das Letztere ſowohl als auch das Unge⸗ wöhnliche eines ſolchen Beſuches mit dem Unwohlſein ihres Vaters in Verbindung zu bringen wußte. Erſt am darauffolgenden Morgen erſchien Nachbar Moh⸗ renhaupt wieder und nahm ſein gewöhnliches Plätzchen im Laden ein. Sein künftiger Schwiegerſohn begrüßte

ihn mit ſchmunzelndem Geſichte. Der Alte ignorirte

den Umſtand, daß er ſeine regelmäßigen Beſuche einen Tag lang ausgeſetzt hatte, Druck wollte nicht fragen aus Zartgefühl, und Leidlich wagte keine Bemerkung aus einer gewiſſen ängſtlichen Spannung.

Endlich ſagte Mohrenhaupt:„Ich habe nun alle Vorbereitungen getroffen,“— hier unterbrach er ſich durch ein langes Gähnen, während Leidlich mit bren⸗ nend⸗rothem Geſichte einen Blick nach Mathilden's Fen⸗ ſter warf,—„daß,“ fuhr der Alte endlich fort,„unſerer Verabredung gemäß, heute noch die Rieſennelke in meinen Garten verſetzt werden kann.“

Druck biß ſich in die Lippen, beobachtete aber fort⸗ während eine würdevolle Haltung. Leidlich raffte ſich zuſammen und ſagte mit ſüßflötender Stimme:„Es trifft ſich oft eigenthümlich, daß ſich wichtige Ereigniſſe des Lebens in gleichzeitigen minder wichtigen Vorgän⸗