Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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der Sturzbach eintönig, zuweilen fuhr ein ſtärkerer Windeshauch vorüber, der wie die ſpringende Saite einer Harfe klagend durch die Lüfte wehte.— Jetzt ſchlummerte Derfflinger ein wenig ein, aber ein trauriger Traum guälte ſeine Seele, er ſah ſich wieder in ſeiner Heimath auf dem Hauptplatze zu Linz, wo ſieben dunkle Geſtalten, die wie Gerichtsſchöppen oder Geiſt⸗ liche ausſahen, um ihn herumſtanden, und wo ihm der Freimann des Linzer Stadtbannes das Urtel las: daß er wegen innigen Verkehres und gemachter ge⸗ meinſamer Sache mit dem Erzfeinde ſeines Vater⸗ landes durch das Beil vom Leben zu Tod gebracht werden ſollte.— Hinter den ſchwarzen Schöppen ſtand mit hochgeſchwungener Rechte ſein Vater, der ihn traurig anblickte, als würfe er ihm ſeine Treuloſig⸗ keit gegen das Vaterland vor, und neben dieſem ſtand der— ewige Inde, Ahasverus, wie er ihm vor wenigen Stunden im Karpathenthale begegnet war; ein trauriges Lied entquoll der Bruſt des Nim⸗ merruhenden, ein trauriges Lied, die Klage des Vater⸗ landes um den ausgewanderten Jüngling, der jetzt ſein Schwert gegen das eigene Herz ſeines Landes kehrte——„Nein! nein!“ ſchrie Derfflinger auf,„ſo war es nicht gemeint, nur die Gegner meines Glau⸗ bens wollte ich bekämpfen, nicht mein Vaterland, nicht