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Drittes Capitel.
Landsknecht.
Schon auf halbem Wege erhielt Derfflinger Nachricht, daß Banner bei Halle campire, daß es aber in ſeinem Heere gewaltig an Lebensmitteln und anderm Kriegsbedarf fehle, am Meiſten aber an Mannſchaft, denn in jener ſturmbewegten Zeit folgte der Soldat jener Fahne, wo ihm die beſte Beute und das trefflichſte Leben in Ausſicht ſtand, die Na⸗ tionalität und das Vaterland gaben dabei nicht den mindeſten Ausſchlag, der Name des Werbegenerals war es, dem die Söldner nachliefen. Hatte der einen guten Klang, ſo hing ſich an ihn wie die Bienen an den Weiſel, eine Anzahl von berrenloſen Söldnern und nahmen von ſeiner Trommel das Handgeld; der Krieg war zum Handwerk geworden, und namentlich war es der tüchtige und kampfes⸗ muthige Haufen der dentſchen Landsknechte, der jener Trommel nachſtrömte, auf welcher das beſte Handgeld aufgeſchichtet lag.
Dieſe kriegeriſchen Geſellen bluteten daber gar oft für eine fremde Sache, denn den Wechſel der politiſchen Ereigniſſe Europas in ſeinen hundertfältigen Geſtaltungen zu ermeſſen, war nicht ihre Sache. 1856. XVIII. Ein d. Schneiderlein II. 2


