Teil eines Werkes 
1. Band (1856)
Entstehung
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violetten Nachthimmel empor.— Der Mann war von ziemlich hagerer Geſtalt, aus ſeinem blaſſen Ge⸗ ſichte blickten ein paar dunkle Augen, deren matter Glanz deutlich zeigte, daß ihr Inhaber zu häufig ins Glas geſchaut hatte— nicht ins Trinkglas, ſondern ins Fernglas ſeines kleinen Tubus, mit welchem er die Räume des Himmels durchſchaute, während ſein kleiner Ludwig und ſein Töchterlein im Nebenzimmer des ruhigen Schlummers genoßen, und von der verblichenen Mutter träumten.... Zu⸗ weilen durchflog der Aſtronom die bezifferten Tafeln, die auf der Tiſchplatte vor ihm lagen, und in Lapi⸗ daren die Ueberſchrift trugen: tabulae rudolphinae; — daneben lagen die berühmten observationes Hieronymi Megiseri des Gelehrten von Oberöſter⸗ reich— und ſchier mit Widerwillen ſchob jetzt der Sternkundige ein paar Kalender mit aſtrologiſchen Zeichen bei Seite, indem er ſeufzend aufſtand und ausrief:„mit ſolchen nichtsnutzigen Praktiken muß ein Gelehrter des ſiebzehnten Jahrhunderts ſein Brot gewinnen!“

Dann trat er leiſe an die Thür des Neben⸗ zimmers, und blickte mit ſtiller Freude auf die kleinen Schläfer in demſelben; jetzt ſetzte er ſich wieder in das Fenſter und richtete ſeinen Tubus gegen den