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gen, welche Feuer und Blut über die Länder der Czarin
hervorrief; aber ſeine allerbarmende Vaterhand hatte dem Strome der Verwüſtung noch zu rechter Zeit Ein⸗ halt geboten.„Bis hierher und nicht weiter!“ Alſo klang ſein erbarmender Ruf über die verwüſteten Gefilde Ruß⸗ lands, und der große Verwüſter, die Geißel Gottes, das Werkzeug der Revolution, der entthronte Pſendo⸗Czar Jemelian Pugadew lag jetzt zu Moskau in Ketten und Banden.
Als jetzt die Majeſtät der mit dem Kaiſermantel Peter des Großen gezierten Czarin Katharina vor der größern Majeſtät des Ewigen ihre Knie in Demuth beugte, als zwei große Thränenperlen in ihren ſchönen Augen zitterten, und ſie laut in das„Herr Gott dich loben wir!“ des Metropoliten einſtimmte, da ſank auch der ganze Hof und Alle in der Kirche, und alles Volk vor derſelben in die Knie, und ein begeiſterter Jubelruf des Dankes ſtieg aus aufrichtigen Herzen zum Gotte der Erbarmung empor.
Eine Stunde ſpäter ſtand die Kaiſerin im Pracht⸗ ſaale, deſſen Wände mit Bernſtein⸗ und feinen Porzellan⸗ und chineſiſchen Goldfiguren verziert waren. Um ſie her⸗ um ſtanden wieder die Großen ihres Reiches. Vor ihr ſtand in ruhiger, nicht ſtolzer, nicht demüthiger, aber in edler Haltung der Eine, der ein St. Michael mit dem


